Stadtkapelle Beilstein e.V. im Wandel der Zeiten

Alten Protokollen ist zu entnehmen, dass sich in Beilstein um 1895 eine Blaskapelle zusammensetzte. Über das Wirken dieser Bläsergruppe ist allerdings wenig bekannt, doch darf man annehmen, dass sie ihre Entstehung im wesentlichen einem früher gegründeten “Sedan- und Kriegerverein” verdankte.

Die heutige Stadtkapelle hat ihren Ursprung in den anfangs selbständigen Blasmusikkapellen “Stadtkapelle” und “Musikverein”, die in den Jahren 1922 bzw. 1924 gegründet wurden.

Die Existenz zweier Musikkapellen in der kleinen Stadt Beilstein führte unausweichlich zu Reibereien und Auseinandersetzungen. Das war dem Fortkommen beider Vereine keinesfalls förderlich, und so erfolgte im Jahre 1932 mit Fürsprache des damaligen Bürgermeisters Otto Rohn der Zusammenschluss der Vereine unter der Bezeichnung “Musikverein-Stadtkapelle Beilstein”. Damals zählte der Verein bereits 30 aktive Musiker und entwickelte sich rasch zum Mitgestalter des kulturellen Lebens in Beilstein und zum Werbeträger seiner Heimatgeschichte.

Der Zweite Weltkrieg brachte eine fünfjährige Unterbrechung der Vereinsarbeit. Doch kurze Zeit nach Kriegsende fanden sich wieder einige Musiker, die Not und Wirren des Krieges heil überstanden hatten, zu einem Neuanfang zusammen. Eine erste Bestandsaufnahme der Musikinstrumente und Noten brachten ein spärliches Ergebnis, da der größte Teil des Inventars in den letzten Kriegswochen durch einen Luftangriff auf Beilstein vernichtet wurde. 1948 konnten erstmals wieder regelmäßige “Musikstunden” abgehalten werden. Als Übungsraum wurde ein Klassenzimmer der alten Schule in der Langhansstraße benutzt.

Beim 25jährigen Jubiläum am 10. Juli 1949 dienten der Jahnplatz und die heutige Grünanlage gegenüber der alten Stadthalle zum ersten Mal als Festplatz. In der Folgezeit wurde nahezu jährlich ein Sommerfest veranstaltet, verschiedentlich auch gemeinsam mit dem Turn- und Gesangverein “Eintracht” Beilstein. Doch nicht nur Feste begleiteten die Aufbauarbeit der Nachkriegszeit, denn Mitte der 50er Jahre musste der Verein ernste Krisen durchstehen. Als Zeichen wiedergewonnener Stabilität darf vorallem die im Jahr 1957 ertsmals in Beilstein tagende Bezirksversammlung des Deutschen Volksmusikerbundes, Bezirk Heilbronn, gelten.

Als eigenständiges Vereinsfest wurde im Jahr 1968 der “Beilsteiner Musikerherbst” ins Leben gerufen. Dieses Fest, das jeweils am zweiten Septemberwochenende stattfand, hatte auch ausserhalb Beilsteins viele Freunde gewonnen. Im Laufe der Jahre gab es nicht zuletzt auf dieser Basis Besuche und Gegenbesuche von vielen Musikkapellen, auch über weitere Entfernungen hinweg.

Auf dem Jahnplatz trafen sich zum letzten Mal im Jahre 1978 verschiedene Musikkapellen zum traditionellen “Musikerherbst”. Seit 1979 dient der ehemalige Sportplatz am Birkenweg als Festplatz; hier fand auch das Kreismusikfest 1983 statt.

Die Stadtkapelle Beilstein widmet sich jedoch nicht nur der Blasmusik. Seit 1972 ist ihr als selbständige Abteilung ein Akkordeonorchester angegliedert, das zwischenzeitlich auch bei internationalen Wettbewerben hervorragende Leistungen erzielen konnte. Schwerpunkt der Vereinsarbeit in den 70er Jahren war vorallem eine rege Jugendarbeit. Bereits beim 50jährigen Jubiläum 1974 beteiligte sich die 1966 gegründete Jugendkapelle mit großem Erfolg an den musikalischen Darbietungen.
Der Nachwuchswerbung kommt jedoch heute mehr denn je große Bedeutung zu. Kinder und Jugendliche haben die Möglichkeit, das Musizieren zu erlernen; Musiklehrer stellt der Verein zur Verfügung und Musikinstrumente, sofern vorhanden.

Durch regelmäßige Übungsabende, Veranstaltung von Konzerten und Platzmusiken, Mitwirkung bei kirchlichen und weltlichen Veranstaltungen und kultureller Art. Teilnahme an Musikfesten des Bundesverbandes Deutscher Volks- und Blasmusikverbände, seiner Unterverbände und Vereine sowie eigene Vereinsfeste ist die Stadtkapelle Beilstein bestrebt, ihrer Zweckbestimmung gerecht zu werden.